Reminder:"Fräulein Else" in der Grossen Halle

Kino in der Reitschule kino-infos at reitschule.ch
Die Aug 31 23:25:11 CEST 2004


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*STUMMFILM MIT MUSIKALISCHER LIVE-BEGLEITUNG*

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In Zusammenarbeit mit Cineteca Bologna und unter der musikalischen 
Leitung von Marco Dalpane, Bologna. Musik im Auftrag des ZDF. Wir danken 
der Spielfilmredaktion von ZDF  ARTE für die freundliche Unterstützung.

*Es spielen:*
     
Alessandro Bonetti (Violine)
Elsia Floridia (Viola)
Enrico Guerzoni (Violoncello)
Marco Zanardi (Klarinette)
Marco Lo Russo (Akkordeon)
Claudio Trotta (Schlagzeug)
Francesca Aste (Piano)


*
Freitag, 3., und Samstag, 4. September 2004***
*Fräulein Else
*Paul Czinner, Deutschland 1929 (restaurierte Fassung)
Nach Motiven der gleichnamigen Novelle von Arthur Schnitzler

*Türöffnung: 19.30 Uhr
Beginn 20.30 Uhr*

Else, die Tochter des Wiener Rechtsanwalts Dr. Thalhoff, wird bei einem 
Ferienaufenthalt in St. Moritz von einer bösen Nachricht überrascht. Ihr 
Vater hat sich verspekuliert, ihm droht strafrechtliche Verfolgung. Nur 
einer könnte helfen: der reiche Kunsthändler Herr von Dorsday, der auch 
in St. Moritz weilt. An ihn wendet sich Else auf inständige Bitte ihrer 
Mutter. Von Dorsday ist bereit, Elses Vater zu helfen, allerdings unter 
einer Bedingung: Er will Else nackt sehen. Aus Liebe zu ihrem Vater fügt 
sich Else diesem Wunsch; sie nimmt
Gift und tritt, nur mit einem Pelzmantel bekleidet, ins Foyer.


Die Uraufführung von Fräulein Else fand am 7. März 1929 im Capitol 
Theater in Berlin statt. Es war der fünfte Film, der in Zusammenarbeit 
von Paul Czinner und Elisabeth Bergner, seiner Lieblingsschauspielerin 
und späteren Frau, entstand.

Fräulein Else wurde kontrovers diskutiert. Während der linksgerichtete 
Film- und Kunstkritiker Rudolf Arnheim in der «Weltbühne» fordert, 
Czinner solle die «Schankkonzession» entzogen werden, bezeichnen andere 
«Fräulein Else» als wunderbaren Film. Kontrovers wird die 
schauspielerische Leistung von Elisabeth Bergner gewertet - entweder 
verrissen wie im «Völkischen Beobachter», der in ihrer Interpretation 
der Else «seelische, künstlerische Verkrüppelung» zu beobachten meint, 
oder hymnisch gefeiert. Die Ankündigung in den österreichischen 
«Paimann's Filmlisten» etwa meint: «Das Erlebnis des Films ist der 
Charme der Bergner, ihr feinnuanciertes Spiel, dem der Regisseur Czinner 
keine Hemmungen auferlegte.»

*Fräulein Else - die Novelle

*Als Vorlage für «Fräulein Else» diente die gleichnamige Novelle von 
Arthur Schnitzler aus dem Jahr 1924. Schnitzler wirkte bei der 
Entstehung des Drehbuchs nicht mit. Paul Czinner schrieb es mit einem 
der profiliertesten Drehbuch-Autoren des deutschen Stummfilm-Kinos, Carl 
Mayer. Sie übernahmen lediglich Motive aus der Novelle, so dass es zu 
erheblichen Abweichungen zwischen literarischer Vorlage und Film kam.

An dieser freien Adaption von Schnitzlers Novelle entzündet sich 
grundsätzlicher Einspruch. Die Novelle war offenbar zu bekannt, als dass 
ein Film eine eigene Umsetzung wagen konnte. Die besonderen filmischen 
Qualitäten von Czinners/Mayers Interpretation des Stoffs werden kaum 
gesehen, geschweige denn gewürdigt. Schnitzlers Novelle galt 
übereinstimmend als «unendlich reicher. Unendlich zwischenstufiger. 
Unendlich heutiger». Schnitzler selbst schildert seine Eindrücke von der 
Verfilmung in folgendem Brief:

/«... Der Anfang nicht übel; das letzte Viertel dumm und schlecht. Ich 
begreife jetzt, warum man
mir das ,Buch' nicht schickte. Der Einfall, gegen den ich mich bei 
unserm ersten Gespräch (Czinner,
Mayer) gewendet hatte: daß Else ,Veronal' nimmt, ehe sie unbekleidet 
unter dem Mantel in die
Halle geht - blieb bestehen; - und da wurde nicht nur ein kompletter 
Unsinn daraus - sondern
viele Möglichkeiten für Elisabeth gingen verloren. Die Episode Vater 
nimmt viel zu viel Raum ein; -
und man weiß weder, was aus ihm noch aus Dorsday am Ende wird. 
Bassermann sehr gut, aber
sehr Theater; - unvergleichlich Steinrück als Dorsday (besser als von 
mir). Die Episode Paul-Cissy
ist überhaupt nicht vorhanden. Die Wohnung des Dr. Talhoff (so heißt 
nämlich im Film Elsens
Vater) lächerlicher Kinoluxus. St. Moritzer Landschaft und winterlicher 
Sport ist nicht umzubringen.
- Die Leistung von Elisabeth wundervoll - nur ist es (durch den 
Filmtext) - eine ganz andere Else
als ich gedichtet hatte. - All dies sagte ich Elisabeth, mit der ich 
nach dem Film im Esplanade Hotel
zusammen war; - sie spürte sehr, daß ich recht hatte...»
/



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