DIESE WOCHE IM KINO IN DER REITSCHULE

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Die Apr 10 21:07:25 CEST 2007


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 	 DIESE WOCHE IM KINO IN DER REITSCHULE






Brecht und Film – eine Hassliebe

Der Jungschriftsteller Brecht stürzt sich sogleich auch auf den Film, als das
Kino anfangs der zwanziger Jahre aufkommt. Doch ähnlich wie sein zwiespältiges
Verhältnis zum Exilland Schweiz («Die Schweiz ist zu teuer, hat keine Städte –
eine Theaterdekoration (aber ohne Bühnenarbeiter)»), hat Bertolt Brecht, der
Theaterrevolutionär und Albert Einstein des neuen Theaters, Zeit seines Lebens
eine Hassliebe zum Film entwickelt. Er suchte stets und überall die Reibung,
sowohl auf dem Theater und beim Film wie auch in Deutschland und seinen
Exilländern während der Hitler-Zeit. Der Autor der legendären Dreigroschenoper,
die 1931 als einer der ersten Tonfilme verfilmt wird, ist daher auf allen
Kontinenten ein grosser Kinogänger. Ob vor den Toren Hollywoods oder als
Drehbuchautor in Zürich, stets pflegt er eine unglückliche Liebe zum Film. Er
unternimmt ein Leben lang immer wieder neue Versuche und schlägt auch noch in
der DDR verschiedene Experimente mit diesem Medium vor. Alle Avancen und
Projekte enden fast immer mit heftigen Auseinandersetzungen oder führen zu
Prozessen wie beim Film Die Dreigroschenoper, bei Hangmen Also Die oder bei den
Verfilmungen Mutter Courage und ihre Kinder und Herr Puntila und sein Knecht
Matti. Der einzige Film, den Brecht künstlerisch gelten lässt, ist Kuhle Wampe
oder Wem gehört die Welt? Seine Fertigstellung verdankt er 1932, nach Abbruch
der schwierigen Dreharbeiten, einer Rettungsaktion mit Geld aus Zürich in
letzter Minute. Kuhle Wampe wird dann auch in Berlin zweimal von den
Zensurbehörden verboten.

Ein Eintrag im Journal 1943 verdeutlicht, weshalb Bertolt Brecht im Medium Film
nie heimisch wurde und – trotz vieler Verfilmungen seiner Werke – im Kino nie
wirkliche Erfolge feiern kann: «Rezept für Erfolg im Filmschreiben: Man muss so
gut schreiben, als man kann, und das muss eben schlecht genug sein.»
Bertolt Brecht und seine Hassliebe zum Film ist auch heute noch ein spannendes
Thema.

Wir danken für die Zusammenarbeit und Unterstützung Werner Wüthrich, dem
Institut für Theaterwissenschaft (ITW) der Universität Bern und der
Schweizerische Theatersammlung (STS) in Bern, Pro Helvetia sowie Kulturstadt
Bern.

Bitte beachten sie die verschiedenen Anfangszeiten!

Donnerstag, 12. April, 20.30 Uhr
Wer keinen Pass hat, ist ein Hund – Berthold Brecht und die Schweiz
B. Moll, Schweiz 2004, Ov, 60 Min, Beta SP.









Der Berner Bruno Moll verfilmte die gespaltene Beziehung Brechts zur Schweiz,
die ihn zwischen 1923 und 1956 mehrfach beherbergte und in der einige Werke
uraufgeführt wurden. Von bestimmten Kreisen wurde er verehrt, von anderen
gefürchtet und als kommunistischer Agent verdächtigt und der Staatsschutz
bespitzelte ihn. Ein Film über die Stimmung in der Schweiz nach dem 2. Weltkrieg
und über Brechts neue Ausgangslage 1947 bis 1949 im Schweizer Exil.



Freitag, 13. April, 21.00 Uhr
Samstag, 28. April, 21.00 Uhr
Kuhle Wampe oder Wem gehört die Welt?
S.T. Dudow, Deutschland 1932, Ov, 70 Min, 35mm









Ein Film in den 1920er Jahren über das Berliner Proletariat. Schon zu Beginn des
Filmes stürzt sich ein junger, arbeitsloser Mann aus dem Fenster. Seiner
Familie, in der mit Ausnahme der Tochter Anni niemand mehr einer Arbeit
nachgehen kann, wird die Wohnung gekündigt. Sie ziehen in eine Gartensiedlung
Namens «Kuhle Wampe» und finden dort im Zelt eines Freundes der Tochter
Zuflucht. Anni wird dort von diesem Freund schwanger, von dem sie sich trennt,
weil er sich gezwungen fühlt, zu heiraten. Sie zieht zu ihrer Freundin Gerda,
die ein grosses Arbeitersportfest mitorganisiert, auf dem das Paar wieder
zueinander findet. Auf der Heimfahrt im Zug mit anderen Arbeiter, kommen sie mit
wohlhabenden Männer und Frauen in ein Gespräch über die wirtschaftliche
Situation und fragen sich, wer die Welt verändern soll. Gerda antworte: «Die,
denen sie nicht gefällt.»

Der Film wurde unter grossen materiellen Schwierigkeiten gedreht und nur von
kommunistischen Sportverbänden unterstützt. Als er fertig war, wurde er sofort
verboten mit der Begründung des Innenministerium, dass er ein Angriff auf die
Sozialdemokratie sei und der Reichspräsident, die Justiz und die Religion
beleidigt würden. Das Verbot wurde später nach Protesten teilweise wieder
aufgehoben.





Samstag, 14. April, 21.00 Uhr
Freitag, 27. April, 21.00 Uhr
Die Dreigroschenoper
G.W. Pabst, Deutschland 1931, Ov/e, 110 Min., 16mm












Soho, ein Londoner Stadtteil, der von zwielichtigen Gestalten beherrscht wird:
Peachum, der Inhaber der Firma «Bettlers Freund» macht ein Geschäft mit Bettler,
indem er sie erpresst und sie so ausstattet, dass sie bei Mitmenschen Mitleid
erregen. Er muss sich aber auch mit ungehorsamen Bettler durchschlagen, die auf
eigene Faust betteln und die er aus diesem Grund verprügeln lässt.
Er stellt fest, dass seine Tochter Polly mit dem Gangster Macheath durchgebrannt
ist und erfährt, dass sie ihn geheiratet hat und schwanger ist. Daher lässt er
nach ihm fanden. Macheath wird von einer Ex-Geliebten verraten und verhaftet.
Die Tochter des Polizeichefs und frühere Geliebte verhilft ihm zur Flucht. Er
wird abermals verraten und soll gehängt werden...

Die älteste und bis heute wohl bekannteste Verfilmung des berühmten «Musicals»
von Kurt Weill und Bertolt Brecht – den beiden Autoren der «Dreigroschenoper».
Sie wurde kurz nach Erscheinen von den Nazis verboten, wie alle andere Werke
Brechts auch.




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