DIESE WOCHE IM KINO IN DER REITSCHULE

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Mit Feb 28 10:57:33 CET 2007


 

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DIESE WOCHE IM KINO IN DER REITSCHULE

 



 

Erwin Wagenhofer 
Kürzlich war Erwin Wagenhofer Gast im Kino in der Reitschule. Viele
wollten seinen Film We feed the World sehen. Der Film greift die
aggressiven Machenschaften des Agrobusiness' an und zeigt dessen
verheerende globalen Auswirkungen auf. Da der Film nur kurze Zeit im
kommerziellen Kino lief und im Kino in der Reitschule an der
diesjährigen gut besuchten tour de lorraine viele Zuschauerinnen
abgewiesen werden mussten, programmieren wir den Film im März kurzerhand
noch dreimal und nutzen die Gelegenheit gleich zwei andere
Wagenhofer-Filme bei uns in Bern bekannt zu machen: Der Gebrauch des
Menschen über den serbischen Schriftsteller Aleksander Tisma, sowie den
Kurzfilm Limes, der die Absurdität der europaweiten Einwanderungs- und
Abschottungspolitik zum Thema hat. 


Erwin Wagenhofer wurde 1961 in Niederösterreich geboren und ist seit
1987 freischaffender Autor und Filmemacher, seit 2002 ist er
Lehrbeauftragter an der Universität für angewandte Kunst in Wien. We
feed the World ist einer der erfolgreichsten österreichischen Filme der
letzten Jahre.

Donnerstag, 1. März, Samstag, 3. März und Freitag, 9. März, je 20.30 Uhr
We feed the World
Erwin Wagenhofer, A 2005, 100 Min., 35mm, Ov/d,f
Kinopremiere: Limes
Erwin Wagenhofer, A 2002, 27 Min., BETA SP, D


 
we feed the world
limes




 

We Feed The World beginnt mit Bildern von riesigen Brotbergen, die in
Wien täglich auf dem Müll landen. Die Menge an täglich entsorgten und
durchaus noch geniessbaren Backwaren ist derart gross, dass man die
gesamte Bevölkerung der Stadt Graz damit ernähren könnte. Regisseur
Erwin Wagenhofer nimmt diesen Überfluss an Nahrungsmitteln als Einstieg
für seine systematische Offenlegung der Nachteile einer zunehmend
industrialisierten und globalisierten Landwirtschaft. Ausgehend von Wien
verschlägt es Wagenhofer an die Produktionsstätten von in Österreich -
und natürlich auch in der Schweiz - verkaufter Billigware wie Tomaten
aus Spanien, Getreide aus Brasilien oder Fisch aus Frankreich. Dabei
geht es ihm vor allem um die nicht zu unterschätzenden globalen Folgen,
die durch den Konkurrenzkampf europäischer Lebensmittelkonzerne um den
niedrigsten Verkaufspreis entstehen, sowie um das daraus resultierende,
immer größer werdende Gefälle zwischen dem Überfluss der westlichen Welt
und der Hungersnot in ärmeren Ländern. Durch den Film hindurch zieht
sich wie ein roter Faden ein Interview mit Jean Ziegler,
UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung.

Limes 
Im Dezember 1997 trat das Schengener Abkommen in Kraft, somit wurde die
österreichische Ostgrenze zur EU-Außengrenze. Aktion Limes nennt das
Innenministerium, wohl in Anlehnung an den römischen Limes, der schon
vor 2000 Jahren den Kontinent an dieser Stelle teilte, die Abschirmung
der Schengener Aussengrenze. Limes zeigt die Arbeit der österreichischen
Grenzraumüberwachung samt nächtlichen Aufgriff und folgt den
Aufgegriffenen in ein ungarisches Auffanglager. (Erwin Wagenhofer) 
Ein Film über Tragödie und Absurdität der europaweiten
Abschottungspolitik. Junge österreichische Soldaten, viele davon selbst
Immigranten der zweiten Generation, verhaften mit der MP im Anschlag
unbewaffnete Flüchtlingsfamilien. Das alltägliche Drama an der Ostgrenze
Österreichs steht im Zentrum dieses kommentarlos beobachtenden Films,
der den ganzen Horror einer „ordentlichen“ Einwanderungspolitik
offenbart.


 


Freitag, 2. März, Samstag, 10. März, 21.00 Uhr
Kinopremiere:
Der Gebrauch des Menschen
Erwin Wagenhofer, A 2000, 90 Min, DV-Cam, Ov/d


 





 

Die Texte des serbischen Romanciers Aleksander Tisma sind geprägt von
einer schneidenden Radikalität. Und genau so radikal ist Wagenhofers
Film über und mit dem Schriftsteller geworden. Den Menschen Tisma hält
der Regisseur für eine der interessantesten Persönlichkeiten, die ihm je
begegnet sei. 
Aleksander Tisma wurde 1924 im damaligen Jugoslawien als Sohn eines
Serben und einer ungarischen Jüdin geboren. 1942 siedelte er nach
Budapest über, um den immer häufigeren Massenverhaftungen zu entgehen.
1944 wurde er zur Zwangsarbeit nach Transsylvanien deportiert. Nach dem
Krieg arbeitete Tisma als Journalist und Verlagslektor, er lebte in Novi
Sad und in Frankreich. Tisma publizierte Gedichte, Erzählungen, Romane
und Theaterstücke, die in viele Sprachen übersetzt und mit zahlreichen
Literaturpreisen ausgezeichnet wurden. Alexander Tisma starb 2003 in
Novi Sad.
In Wagenhofers Film, der den selben Titel wie Tismas 1994 entstandener
Roman trägt, steht das Wort im Mittelpunkt und die Themen, die Tisma in
allen seinen Romanen (u.a. Treue und Verrat, Die wir lieben) bewegen:
Faschismus, Gewalt, der Holocaust, Krieg und Vertreibung, der
Nationalismus sowie die Auseinandersetzung mit der Gleichzeitigkeit von
Verbrechen und Alltag.



 

 

 

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