Mai-Programm im Kino in der Reitschule

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Mo Mai 2 20:50:22 CEST 2016


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*Aktuelle Angaben gibts immer auf:*


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*Ein Raum. Ein Film | SUB | CLIPKINO*



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*Zyklus: West-Sahara – und andere (vergessene?) Konflikte*


*Seit nunmehr fünf Jahren eskaliert in Syrien der Konflikt, der sich
mittlerweile zu einem Dreifronten-Krieg ausgedehnt hat. Unsägliches Elend
und die daraus resultierenden Folgen beherrschen die Medien und das
Bewusstsein der Menschen. Dabei werden andere, ältere Auseinandersetzungen
in den Hintergrund gedrängt, deren Auswirkungen nicht weniger verheerend
sind – und deren Wurzeln nicht weit von denjenigen der Geschichte des
nahöstlichen Landes entfernt sind. Der Kampf um Unabhängigkeit der
Saharauis in der West-Sahara steht im Mittelpunkt des Mai-Zyklus des Kinos
in der Reitschule, aber auch der Konflikt zwischen Israel und Palästina und
die Geschichte des Irak kommen in aktuellen Filmen zur Sprache – denen
gemeinsam ist, dass sie einzig den Wunsch nach Frieden, Menschenwürde und
Gerechtigkeit zum Ausdruck bringen.*



*SUB Filmclub: «Get Rich or Die Tryin’»*


*Mittwoch, 4. Mai 2016, 20.30 Uhr – Kino in der Reitschule Bern *

*99 Francs (F, 2007) von Jan Kounen, mit Jean Dujardin, Jocelyn Quivrin,
Patrick Mille, Vahina Giocante, Elisa Tovati, OVF/d, 100 Min.*

«Alles ist käuflich: die Liebe, die Kunst, der Planet Erde, Sie, ich.» –
Octave Parango (Jean Dujardin) ist jung, talentiert, schwimmt im Geld und
gehört zu den erfolgreichsten Kreativen seines Fachs. Seine Welt ist die
Werbebranche. Er arbeitet für die Agentur «Ross & Witchkraft» in Paris und
entscheidet heute, was die Welt morgen kaufen wird. Erst als er seine
grosse Liebe Sophie (Vahina Giocante) trifft und wieder verliert, gerät
sein Leben auf der Überholspur ins Wanken. Octave erkennt, dass er selbst
ein Opfer des Systems ist und beginnt an sich und seiner Scheinwelt zu
zweifeln.



*Zyklus: West-Sahara – und andere (vergessene?) Konflikte*


*Freitag, 6. Mai 2016, 21 Uhr – Kino in der Reitschule Bern *

*Cuentos de la Guerra Saharaui (ESP, 2004) von Pedro Pérez Rosado, mit
Sergi Calleja, Joseba Apaolaza, Aleua Ahmed Bani, Jorge de Juan, OVSP/e, 96
Min.*

Der Film beruht auf einem realen Vorfall und erzählt das Schicksal Pablos,
einem jungen spanischen Legionär. Er widersetzt sich seinem Unteroffizier,
als dieser eine Familie von Saharauis misshandelt, und Pablo desertiert.
Von der Familie in Schutz genommen, kämpft er an deren Seite gegen die
marokkanischen und mauretanischen Truppen. Eine unmögliche Liebe verbindet
ihn mit der Tochter, die bei einem Bombenangriff stirbt - erneut wird die
Wüste zu einem Meer der Einsamkeit.


*Samstag, 7. Mai 2016, 21 Uhr – Kino in der Reitschule Bern*

*Iraqi Odyssey (Irak/CH/D, 2014) von Samir, Dokumentarfilm, OVE,ARAB/d, 162
Min.*

In seinem Dokumentarfilm «Iraqi Odyssey» erzählt der
schweizerisch-irakische Regisseur Samir die Geschichte des Irak seit dem
Ende der Kolonialzeit. Dazu verfolgt er die Lebensläufe seiner eigenen
Grossfamilie, die sich im Lauf der letzten 50 Jahre – getrieben von den
dramatischen politischen Entwicklungen in der Region – nach und nach über
die ganze Welt verstreut hat. Der Film zeigt exemplarisch, wie ein
Nährboden für Extremismus durch die wiederholte Einflussnahme von
Grossmächten entsteht.


*Freitag, 13. Mai, 20.30 Uhr – Kino in der Reitschule Bern*

*Even though my Land is burning (D/ISR/Palästina, 2016) von Dror Dayan,
Dokumentarfilm, OVISR,ARAB/d, 76 Min.*

«Even though my land is burning» begleitet einen jungen
israelisch-jüdischen Friedensaktivisten über mehrere Jahre bei seinen
gemeinsamen Aktionen mit palästinensischen Aktivisten. Der Film behandelt
exemplarisch die Anspannung und innere Zerrissenheit der israelischen
Linken. Gleichzeitig stellt er einen radikalen Friedensbewegten vor, der
auf jeden Fall schon jetzt mehr für die Völkerverständigung getan hat, als
die meisten Menschen es in ihrem Leben jemals tun werden. Er ist wie viele
mutige Israelis auf seine als »Feinde« bezeichneten Nachbarn zugegangen und
kämpft mit ihnen für ihre Rechte. Damit überschreitet er ständig
persönliche und gesellschaftliche Grenzen.

Anschliessend Diskussion mit dem Regisseur.



*CLIPKINO*


*Mittwoch, 18. Mai 2016, 20.30 Uhr – Kino in der Reitschule Bern *

*CLIPKINO: Best of*

Noch hallt manchen der Urknall in den Ohren nach und schon ist die zweite
Saison Clipkino Geschichte. Bevor wir im Mai in den Sommerschlaf gehen,
möchten wir die vergangene Saison in Form eines «Best of» nochmals Revue
passieren lassen. Wir zeigen euch die Publikumslieblinge, die besten,
lustigsten und schönsten Videos der letzten Clipkinos. Kommt vorbei am
18.Mai und findet heraus, ob eure Lieblinge in der Auswahl sind!



*Zyklus: West-Sahara – und andere (vergessene?) Konflikte*


*Freitag, 20. Mai 2016, 21 Uhr – Kino in der Reitschule Bern*

*Life is Waiting: Referendum and Resistance in Western Sahara
(USA/West-Sahara, 2015) von Iara Lee, Dokumentarfilm, OVE/d, 61 Min.*

1975 sollten die Sahraouis die Kolonialzeit hinter sich lassen. Doch 40
Jahre später ist die Westsahara, die letzte Kolonie Afrikas, noch immer
besetzt – vom Nachbarn Marokko. 165’000 Sahraouis flüchteten nach Algerien,
wo sie seither in provisorischen Flüchtlingslagern in der algerischen Wüste
leben. 1991 war unter der Aegide von UNO und OAU ein Friedensplan
unterzeichnet worden: Das Referendum schien nahe, ist aber bis heute nicht
Realität geworden. – Trotz aller Schwierigkeiten ist in der Westsahara eine
neue Bewegung im Entstehen, ausgehend insbesondere von der Jugend: Sie
verlangt von der internationalen Gemeinschaft, ihre Versprechen zu halten
und das Referendum zur Selbstbestimmung endlich durchzuführen. Die
marokkanische Besetzungsmacht antwortet auf friedliche Demonstrationen mit
Repression, Folter, willkürlichen Verhaftungen und Verschwinden lassen von
Personen. – Der Film macht die tägliche Gewalt sichtbar und gibt der
sahraouischen Bevölkerung eine Stimme, um ihre Wünsche und Vorstellungen zu
formulieren.


*Samstag, 21. Mai 2016, 21 Uhr – Kino in der Reitschule Bern*

*Cast in Sand – A Tale oft wo Women (USA/Algerien, 2013) von Rebecca
Roberts-Wolfe, Dokumentarfilm, OVE, 27 Min.*

Zwei Frauen verschiedener Generationen kämpfen ums Überleben. Der
Dokumentarfilm folgt der 24-jährigen Najla, einer leidenschaftlichen
Studentin und Aktivistin, und ihrer Nachbarin Aghaila, einer älteren
Medizinerin und gleichzeitig Najlas Vorbild. Beide sehnen sich im kargen
Flüchtlingslager inmitten der Wüste in Algerien nach Freiheit,
Gerechtigkeit und Zufriedenheit. Flucht war ihr einziger Ausweg, um der
brutalen Besetzung der Westsahara durch Marokko zu entkommen. Auf
erstaunlich innige Art werden schrittweise die unterschiedlichen
Geschichten und Lebenswege von zwei gewöhnlichen und doch
aussergewöhnlichen Frauen und dadurch auch der grössere Kampf ihres Volkes
erlebbar.


*L’Autre Côté du Mur (F/Westsahara, 2012) von Denis Vericel,
Dokumentarfilm, OVF/d, 49 Min.*

Seit 40 Jahren ist die saharaouische Bevölkerung durch eine Mauer getrennt.
Auf der einen Seite leben die Sahraouis unter marokkanischer Besatzung,
ohne Meinungsfreiheit, werden unterdrückt. Auf der anderen Seite leben
160’000 Menschen im Exil in Flüchtlingslagern. Im Oktober 2010 errichteten
Sahraouis, die unter marokkanischer Besetzung in der Westsahara leben, in
Gdeim Izik ein Zeltlager. Sie protestierten gegen die Diskriminierung der
sahraouischen Bevölkerung durch Marokko und verlangten Zugang zu Ausbildung
und Arbeit. Die marokkanischen Behörden zeigten erst Bereitschaft zu
Verhandlungen, doch im Morgengrauen des 10. November 2010 wurde das Lager
gewaltsam zerstört. Der Film lässt die Sahraouis zu Worte kommen, um die
Geschichte ihres Landes zu erzählen und von ihrer Hoffnung in die Zukunft
zu sprechen.



*SUB Filmclub: «Get Rich or Die Tryin’»*


*Mittwoch, 25. Mai 2016, 20.30 Uhr – Kino in der Reitschule Bern *

*Paziraie Sadeh / Modest Reception (Iran, 2013) von Mani Haghighi, mit
Taraneh Alidoosti, Mani Haghighi, Saeed Changizian, OVPersisch/d, 100 Min.*

Ein Mann und eine Frau fahren durch eine entlegene Bergregion. In ihrem
Kofferraum führen sie Plastiktüten voller Geld mit, die sie unterwegs an
Menschen verteilen, egal, ob diese es wollen oder nicht. – Macht Geld
glücklich? Verführt es, verbindet es, verliert es an Wert, wenn es
missachtet wird? – Mani Haghighi erzählt im iranischen Roadmovie «Modest
Reception» eine packende Parabel über Geld und Manipulation, Moral und
Misstrauen. Der Film ist ein Beispiel der ungeheuren Erzählkraft des
aktuellen iranischen Kinos, das nicht zuletzt verdeutlicht, wie unter
schwierigen Bedingungen die explosivsten und kühnsten Filme entstehen
können.



*Zyklus: West-Sahara – und andere (vergessene?) Konflikte*


*Freitag, 27. Mai 2016, 21 Uhr – Kino in der Reitschule Bern *

*Wilaya (ESP/West-Sahara, 2012) von Pedro Pérez Rosado, Doku-Fiktion,
OVESP, Arabisch/d, 88 Min. *

Fatimetu verbrachte – wie zahlreiche Kinder aus den sahraouischen
Flüchtlingslagern in Algerien – als kleines Mädchen den Sommer bei einer
Gastfamilie in Spanien und blieb auf Wunsch ihrer Mutter nach den Ferien
auch dort. Nach 16 Jahren, in denen sich Fatimetu ein Leben in Spanien
eingerichtet hat, kehrt sie zur Beerdigung ihrer Mutter in die Lager
zurück. Hier sieht sie sich mit den Vorstellungen der sahraouischen
Gesellschaft konfrontiert: Ihr Bruder erwartet, dass sie im Lager bleibt
und sich um ihre gehbehinderte Schwester Hayat kümmert. Fatimetu ist
verunsichert, hin- und hergerissen zwischen dem Leben in der Wüste und den
Erinnerungen an Familie und Freunde in Spanien. Der Schwebezustand, in dem
sich Fatimetu befindet, kann für die Situation der Menschen in den Lagern
stehen, für ihr jahrelanges Warten auf ein Referendum und eine Lösung des
Konfliktes. – In ausgesprochen poetischen, konzentrierten Bildern zeigt
Pedro Pérez Rosado viel mehr als nur die Begegnung zweier Schwestern oder
den Zusammenprall unterschiedlicher Kulturen: Er lässt Menschen aus der
Sahara selbst von ihrer politischen und gesellschaftlichen Situation
erzählen. Er lässt uns teilhaben an ihrem Alltag im Flüchtlingslager, an
den kleinen Fluchten auf die immensen Dünen etwa, wo die ganze Welt hinter
dem Sand verschwunden ist und die beiden Frauen allein sind. Beeindruckend
sind die Aufnahmen, die Kameramann Oscar Duran in diesen Weiten gemacht
hat, die uns selbst die Trockenheit in der Luft spüren lassen, mitunter den
Sand zwischen den Zähnen und vor allem auch den Rhythmus des Lebens hier,
wo Eile ein Fremdwort ist, weil Eile einen nicht weiter bringt. – Mit
Ausnahme der Hauptdarstellerin sind alle Personen des Films
LaiendarstellerInnen, die auch in Wirklichkeit in den Flüchtlingslagern
leben. Besonders eindrücklich erscheint die Figur der Schwester Hayat, in
der sich Dokument und Fiktion am intensivsten berühren.


*Samstag, 28. Mai 2016, 21 Uhr – Kino in der Reitschule Bern*

*Die letzte Kolonie (D, 2015) von Christian Gropper, OVD, 115 Min.*

In Flüchtlingslagern inmitten der algerischen Wüste warten die Sahraoui,
die BewohnerInnen der ehemaligen spanischen Kolonie Sahara, auf eine Lösung
ihres Konflikts. Seit 40 Jahren hält Marokko die Westsahara besetzt,
herrscht ein schwelender Konfliktherd vor den Toren Europas, den Christian
Gropper filmisch untersucht. Mit Mohamed Sulaiman, einem gebildeten jungen
Sahraoui, der in Algerien englische Literatur und Kalligraphie studiert
hat, erkundet das Filmteam den Alltag in den Lagern und an der schwer
bewachten Grenze zum marokkanisch besetzten Teil ihres Landes. Rund zwei
Drittel der Flüchtlinge sind unter 25 Jahre alt. Eine ganze Generation, die
ausser den Zelten und Lehmhütten im Lager nie etwas von der Welt gesehen
hat. – 1991 wurden unter der Aufsicht der UNO ein Waffenstillstand und ein
Friedensplan vereinbart. Trotzdem sind bisher alle Verhandlungen für eine
friedliche Lösung gescheitert. Marokko betrachtet die Westsahara als seine
Südprovinz und beutet die Bodenschätze aus, denn die Geschäfte mit den
Ländern Europas versprechen auch in Zukunft lukrative Gewinne. Die Länder
Europas sehen weg, solange sie gute Geschäfte mit dem nordafrikanischen
Land pflegen. Die Sahraoui, das vergessene Volk der Westsahara, werden
nicht ewig geduldig bleiben. Erste Stimmen unter der jungen Generation nach
einer Rückkehr zu den Waffen werden bereits laut.

Anschliessend Diskussion mit dem Regisseur.



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